Anlegerschutz

Von Kapitalanlagen erhofft sich der Anleger einen Wertzuwachs oder einen Ertrag (Rendite). Dies gilt insbesondere für den Kauf von Sparprodukten bei einer Bank, aber auch beim Erwerb von Aktien oder ähnlichen Wertpapieren auf dem Kapitalmarkt. Entwickeln sich die Anlagen nicht wie erhofft oder droht gar der Verlust der Investition, steht der Anleger vor der Frage, wie er einen Schaden verhindern oder zumindest Schadensersatz erlangen kann. In Betracht kommen mehrere Anspruchsgrundlagen:

Prospekthaftung

Erfolgt der Erwerb der Anlage auf der Grundlage eines Prospektes, gilt es zu prüfen, ob der Prospekt alle für die Anlageentscheidung wesentlichen Informationen vollständig und zutreffend dargestellt hat. Ist dies nicht der Fall, haften der Emittent, die emissionsbegleitende Bank und andere, die am Erlass des Prospekts beteiligt sind, auf Schadensersatz. Der Ersatzanspruch verjährt jedoch innerhalb kurzer Frist, in der Regel in einem Jahr ab Kenntnis von der Unrichtigkeit oder Unvollständigkeit des Prospektes, spätestens jedoch drei Jahre nach dessen Veröffentlichung.

Verschwiegene Provisionszahlungen

In der Praxis erfolgt der Erwerb von Kapitalanlagen oft nach Beratung durch eine Bank oder durch Anlageberater. Schadensersatzansprüche liegen nahe, wenn der Berater nicht die Interessen seines Kunden, sondern vorrangig eigene (Provisions-)Interessen verfolgt. Besteht der Verdacht, dass der Berater verschwiegen hat, eine Provision für den Geschäftsabschluss zu erhalten, sollte geprüft werden, ob dies eine Pflichtverletzung darstellt.

Fehlerhafte Vermittlung und Beratung im Zusammenhang mit Kapitalanlagen

Anleger müssen vor dem Erwerb der Kapitalanlage über deren Risiken informiert werden. Umfang und Reichweite der Aufklärungspflichten richten sich danach, ob im Einzelfall ein Anlagevermittler oder ein Anlageberater tätig wird:

Der Anlagevermittler ist zu einer anlagegerechten Aufklärung verpflichtet (objektgerechte Beratung). Er muss Chancen und Risiken der Anlage erläutern.

Der Anlageberater muss darüber hinaus auch die persönlichen Fähigkeiten und Bedürfnisse des Anlegers in seiner Beratung berücksichtigen. Er muss nicht nur beurteilen, ob das Anlageobjekt als solches empfehlenswert ist (anlagegerechte Beratung), sondern auch prüfen, ob eine Anlage zur Person des Anlegers passt (anlegergerechte Beratung). Hier muss er ermitteln, welches Anlageziel der Anleger verfolgt (Vermögensmehrung, bei der auch ein gewisses Risiko in Kauf genommen wird, oder Vermögenserhalt mit möglichst geringem Risiko?), und die Vermögenssituation des Anlegers und seine bisherigen Erfahrungen mit Geldanlagen berücksichtigen. Nach der Rechtsprechung sind Banken regelmäßig als Anlageberaters, nicht lediglich als Vermittler tätig.

Verletzt der Anlagevermittler oder Anlageberater diese Pflichten, so können sich hieraus Schadensersatzansprüche des enttäuschten Anlegers ergeben.

Fragen Sie uns

Wir prüfen, ob Schadensersatzansprüche bestehen und ob sie erfolgreich durchgesetzt werden können. Ihr Ansprechpartner für Sie ist Rechtsanwalt Dr. Henning Kahlert, LL.M.

Kommentare sind geschlossen.

Artikel zum Thema Bank- und Kapitalmarktrecht